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Bedürfnisse junger Frauen nach onkologischer Behandlung eines Mammakarzinoms

Die hohe Inzidenz des Mammakarzinoms bei jung erkrankten Frauen stellt für Betroffene, deren soziales Umfeld und nicht zuletzt deren Behandler sowohl medizinische als auch psychosoziale Herausforderungen dar. Im Folgenden soll näher auf psychosoziale Herausforderungen und Bedürfnisse junger Frauen eingegangen werden.

In Deutschland ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau, und jährlich erkranken etwa 70 000 Frauen (Zahlen von 2012) neu daran. Es wird geschätzt, dass 2016 etwa 65 500 Frauen neu erkrankt sind, was konkret bedeutet, dass jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt. Anders als bei anderen Krebserkrankungen ist das Erkrankungsalter bei Mammakarzinom deutlich niedriger. Fast 30% (ca. 21 000 Frauen) der betroffenen Frauen sind bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Die Diagnose Brustkrebs bedeutet die Konfrontation mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung, der eigenen Endlichkeit sowie dass die eigene Gesundheit plötzlich nicht mehr selbstverständlich ist. Die Erkrankung und die therapiebedingten körperlichen Strapazen führen häufig zunächst zu einer massiven Verunsicherung sowie emotionaler Überforderung. Aufgrund dessen erfahren viele Patientinnen während der Therapie und nach Abschluss der Behandlungen soziale, emotionale und körperliche Beeinträchtigungen in ihrem Alltag. Aktuelle Studien zeigen, dass Frauen mit Mammakarzinom am häufigsten unter psychischen Belastungen leiden und im Krankheitsverlauf psychische Erkrankungen wie Anpassungsstörung, Depression oder eine Angststörung entwickeln können. Insbesondere jüngere Frauen (< 50 Jahre) sind durch die Erkrankung und nach Abschluss der Therapien deutlich belasteter als ältere betroffene Frauen.

Infolge körperlicher Beeinträchtigungen und Nebenwirkungen durch die Krankheit entstehen häufig psychosoziale Belastungen und Bedürfnisse bei jungen Patientinnen. Aktuelle Studien zeigen, dass Patientinnen nach Abschluss der Therapien oft unter einer geringeren Lebensqualität und statistisch häufiger unter einer Depression oder Angststörung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung leiden. Patientinnen wünschen sich nach Abschluss der Akutbehandlung häufig eine Unterstützung im Umgang mit psychosozialen Belastungen wie Sexualität, Partnerschaft, Kinderwunsch und Arbeit. Aufgrund langwieriger und aggressiver Therapiemaßnahmen müssen nicht selten – z. T. vorübergehend, z. T. auch auf Dauer – Alltagsaktivitäten aufgegeben werden. Der bisherige Lebensentwurf muss ggf. infrage gestellt sowie Lebensziele überdacht und neu ausgerichtet werden. Diese Veränderung bedeutet häufig eine enorme Herausforderung im Anpassungsprozess an die neue Lebenssituation für junge Patientinnen. Wichtig ist es hierbei, dass Ärzte den Patientinnen immer wieder aufzeigen, dass es trotz der Veränderung Dinge gibt, die ihnen gut tun und wichtig für sie sind. Die Bedeutung der eigenen Selbstwirksamkeit anhand einer individuellen „Skillsbox“ mit wohltuenden Aktivitäten, eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten sollten immer wieder herausgearbeitet und aufgezeigt werden.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Psychosoziale Herausforderungen und Bedürfnisse junger Frauen nach onkologischer Behandlung eines Mammakarzinoms

Aus der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde 05/2017

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