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    Die Versorgung von Opfern sexualisierter Gewalt ist eine komplexe Aufgabe, die sowohl medizinische, psychologische als auch rechtliche Aspekte beinhaltet.

     

Die vergewaltigte Frau: Was ist in der Notaufnahme zu tun?

Die notfallmedizinische Versorgung von Opfern eines Sexualdelikts ist eine besondere Herausforderung: In einer aus Patientensicht bestehenden psychischen Ausnahmesituation müssen nicht nur Verletzungen versorgt, sondern auch eine gerichtsfeste Befunddokumentation und sachgerechte Spurensicherung gewährleistet werden.
Die Versorgung eines Vergewaltigungsopfers in der Notaufnahme ist besonders anspruchsvoll: Fehlleistungen bei der Befunderhebung haben zwar in der Regel keine gravierenden gesundheitlichen Folgen. Allerdings können sie weitreichende juristische Konsequenzen zur Folge haben, da sich das gerichtliche Urteil letztlich auf die in der Notfallsituation erhobenen Beweismittel stützt.
Darüber hinaus sind die Möglichkeit der Übertragung von Infektionserkrankungen abzuwägen und entsprechende diagnostisch-therapeutische Maßnahmen in die Wege zu leiten. Gleiches gilt für die eventuelle Notwendigkeit einer Empfängnisverhütung. Im Sinne einer akuten Krisenintervention muss man zudem dafür sorgen, dass die Patientin psychologische Unterstützung erhält, und sie ggf. in eine sichere Unterbringung übergeben. Aufgrund der großen psychischen Belastung der Patientin sind Doppeluntersuchungen zu vermeiden – daher ist frühzeitig eine gynäkologische und rechtsmedizinische Beurteilung zu gewährleisten.

Der folgende Artikel soll dem (Notfall-)Mediziner Schritt für Schritt ein klinisch-forensisches Basiswissen vermitteln, das ihm die komplexe Versorgung dieser Patientinnen erleichtert und zur adäquaten Spurensicherung und fachgerechten Probenaufbewahrung beiträgt.

Epidemiologie sexueller Straftaten
Im Jahr 2012 wurden 8031 Vergewaltigungen bzw. sexuelle Nötigungen deutschlandweit zur Anzeige gebracht. Dabei waren 99 % der Beschuldigten männlichen und 96 % der Opfer weiblichen Geschlechts. Lediglich bei 21 % der Opfer bestand keine Vorbeziehung zum Täter. Eine Aufklärung der angezeigten Sexualverbrechen gelang in rund 80 % der Fälle. Auch heute noch muss man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, da viele Opfer aus Scham, Angst oder einer persönlichen Beziehung zum Täter das Verbrechen nicht anzeigen. Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet, z. B.:

• Behinderte
• Obdachlose
• Homo- und Transsexuelle
• Prostituierte

Zudem nehmen Sexualstraftaten unter Alkohol- und Drogeneinfluss deutlich zu.

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel

Aus der Zeitschrift GebFra Geburtshilfe und Frauenheilkunde 3/2015

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