Nachhaltig genießen

Warum es sich lohnt, nachhaltig zu essen

  • Nachhaltig genießen

    Essen mit Genuss und Verantwortung

     

Die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit beim Essen

Würden wir heutzutage noch so essen wie unsere Großeltern, würden die Tiere in der Landwirtschaft sicherlich artgerechter gehalten. Fleisch, Fisch und Eier wären keine tägliche Selbstverständlichkeit, sondern seltener Luxus. Damals kam nur sonntags ein Braten auf den Tisch. Kuchen mit viel Ei gab es nur am Wochenende. Gemüse und Obst wurde entweder im eigenen Garten angebaut oder stammte aus der Region.  

Niemand hätte es früher für möglich gehalten, dass man irgendwann einmal das ganze Jahr über billige Tomaten aus Südeuropa kaufen könnte. Die Tomaten werden teilweise von afrikanischen Immigranten unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen angebaut und geerntet. Der Anbau der Tomaten in riesigen Plantagen verbraucht so viel Wasser, dass das Grundwasser dort stark zurückgeht und es zu Wassermangel kommt.  

Wir essen heutzutage Nahrungsmittel, deren Geschichte wir selten kennen: Häufig wissen wir wenig über ihre Erzeugung, Verarbeitung und Herkunft sowie über ihren Handel und ihre Transportmittel. Die enthaltenen Zutaten oder Zusatzstoffe sind uns kaum bekannt. Wir essen zu viele tierische Lebensmittel – und zu viele stark verarbeitete Produkte, bei denen teilweise wertvolle Inhaltsstoffe zerstört sind.  

Unsere Speisen bereiten wir immer seltener selbst zu, und das Kochen wird immer mehr zur Nebentätigkeit. Was wir zu uns nehmen, ist oft vorgefertigt, aufwendig verpackt und teilweise tiefgefroren. Vielfach wird es in der Mikrowelle erhitzt oder kalt aus der Packung verzehrt. Wir greifen kaum mehr zu »Lebens-Mitteln« im ursprünglichen Sinn des Wortes, also Mittel zum Leben. Sondern vermehrt zu Produkten, für die z. B. mit »Wellness«, »Anti-Aging« oder »probiotisch« geworben wird. Art und Menge unserer Nahrung haben erhebliche Einflüsse auf unseren eigenen Körper sowie auf die Natur, auf andere Menschen und auf die wirtschaftliche Situation der Beteiligten.

Hierbei spricht man von den vier Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft . Diese Einflüsse wirken sowohl im engeren Umkreis (regional) als auch im weltweiten Maßstab (global). Die drei Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft werden unter dem politischen Leitbild der »Nachhaltigkeit« zusammengefasst, das 1992 auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von den 178 Teilnehmerstaaten weltweit vereinbart wurde. Bei der Ernährung kommt die Dimension Gesundheit noch hinzu.  

Unter Nachhaltigkeit wird eine weltweite Entwicklung verstanden, die die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigen soll, ohne die Bedürfnisbefriedigung kommender Generationen zu gefährden – und dass die Menschen in Industrieländern nicht weiter auf Kosten der Menschen in sog. Entwicklungsländern leben sollen. Ziel ist es, Chancengleichheit für alle gegenwärtig auf der Erde lebenden Menschen zu schaffen und auch für nachfolgende Generationen zu sichern.

Quelle

Buch zum Thema

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Karl von Koerber, Claus LeitzmannVollwert-Ernährung

Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung

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