Am Anfang ein Ei – oder auch zwei ...

Eineiig oder zweieiig

Einmal in jedem Monatszyklus erreicht normalerweise eine weibliche Eizelle ihre volle Reife, manchmal sind es jedoch mehrere Eizellen. Nach dem Eisprung wird das Hormon Östrogen in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Dadurch wird die Reifung weiterer Eizellen gestoppt und die Gebärmutterschleimhaut verdickt sich zu einem stark durchbluteten Kissen als Vorbereitung auf die Schwangerschaft. Sobald die Eizelle vom Eileiter aufgenommen und zur Gebärmutter geleitet wird, kann sie von einer Samenzelle befruchtet werden. Unter besonderen Umständen können daraus eineiige Zwillinge entstehen. Sind zwei Eizellen während eines Zyklus gereift, können zweieiige Zwillinge heranwachsen.

  • Eineiig oder zweieiig ©Susanne Tischewski, Marburg

    Eineiig oder zweieiig

     

Eineiige Zwillinge

Ist nur eine Eizelle gereift, wie es bei einem Drittel aller Zwillingsschwangerschaften der Fall ist, gibt es je nach Zeitpunkt der Teilung der Eizelle unterschiedliche Typen, die sich in den Plazenta- und Eihautverhältnissen unterscheiden. Alle sind jedoch eineiige Zwillinge. Sie haben annähernd hundertprozentig identische Gene und gleichen sich „wie ein Ei dem anderen“.

Sogenannte Spiegelbildzwillinge können bei der monozygot-monochorialen-diamnialen Schwangerschaft entstehen, da die Zellenverteilung in rechte und linke Körperhälfte zum Zeitpunkt der Teilung bereits festgelegt ist. 25 Prozent der eineiigen Zwillinge sind Spiegelbildzwillinge. Ihr Haar fällt in entgegengesetzte Richtungen und wenn der eine rechtshändig ist, ist der andere linkshändig.

Sehr selten sind die „third-type-twins“, die schätzungsweise nur ein Mal bei 1000 eineiigen Zwillingen zustande kommen. Bei diesen monozygot-dispermiden Zwillingen wird die Eizelle erst nach ihrer Reifeteilung in zwei identische Teile von je einem Spermium befruchtet. Es entstehen eineiige Zwillinge, die jeweils mit eigener Plazenta, eigener mütterlicher und eigener kindlicher Fruchtblase aufwachsen.

Die engste Form der eineiigen Zwillingsschwangerschaft, bei der die Teilung bis zum 15. Tag nicht komplett stattfindet, sind siamesische Zwillinge. Die Wahrscheinlichkeit für diese Besonderheit ist sehr gering. Sie liegt irgendwo zwischen 1: 60 000 und 1: 200 000. Benannt wurde sie nach den Zwillingen Eng und Chang Bunker (1811–1874), die aus Siam, dem heutigen Thailand, stammten. Eine Besonderheit der Zwillingsschwangerschaft ist das „Vanishing twins“-Syndrom. Dabei werden zu Beginn der Schwangerschaft Zwillinge im Ultraschall gesehen, ein Zwilling verschwindet allerdings im Laufe der folgenden Wochen, er geht sozusagen „verloren“. Laut Statistik beginnt fast jede zehnte Schwangerschaft als Zwillingsschwangerschaft, aber nur eine von 85 Geburten ist eine Zwillingsgeburt.

Zweieiige Zwillinge

Wenn während eines Zyklus zwei Eizellen reifen und jeweils von einem Spermium befruchtet werden, entstehen zweieiige Zwillinge. Genetisch gesehen sind sie Geschwister. Die beiden werden sich auch nur so ähnlich sein, wie in verschiedenen Jahren geborene Geschwister. Der gleiche Gen-Pool bildet die Basis, die Mischung ist bei jedem Kind einzigartig. Die eigentliche Besonderheit ist: Sie wachsen  zur gleichen Zeit in der Gebärmutter heran und auf der Welt miteinander auf. Zwei Drittel aller Zwillingsschwangerschaften entstehen auf diese Weise, es sind sogenannte dizygote-dichoriale-diamniale Zwillinge mit jeweils

  • einer eigenen mütterlichen äußeren Fruchtblase, 
  • einer eigenen kindlichen inneren Fruchtblase,
  • sowie einer eigenen Plazenta.

Wegen der Platzverhältnisse in der Gebärmutter kann es zu einer Verschmelzung beider Plazenten kommen, sodass diese bei der Geburt wie eine gemeinsame Plazenta erscheinen.

Quelle

Und was kommt dann?

Leben mit Zwillingen!
Petra Lersch, Dorothee von HaugwitzLeben mit Zwillingen!

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