Vollwerternährung: nachhaltig, genussvoll

Vollwerternährung ist keine Erfindungdes letzten Jahrhunderts, sondern schon eine seit der Antike bekannte und bewährte Ernährungsform, angepasst an den geänderten Bedarf der Bevölkerung, d. h. geringer Energiegehalt, hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt, die die speziellen Anforderungen der heutigen multikulturellen Gesellschaft berücksichtigt. Vollwerternährung ist per Definition „eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Gesundheitlich wertvolle, frische Lebensmittel werden zu genussvollen und bekömmlichen Speisen zubereitet.“ Im Zuge der Industrialisierung ist die Vollwerternährung verdrängt worden. „Wertvoll gemachte“ Lebensmittel hielten ihren Einzug in unsere Küche. „Wertvoll gemacht“ – was heißt das? Das sind industriell bearbeitete Lebensmittel, die angereichert werden mit Vitaminen und/oder Mineralstoffen, oder Lebensmittel, bei denen mit sehr hohem Arbeits- und Energieaufwand Fett durch Wasser ersetzt wird, diese fallen dann in die Kategorie der sog. Lightprodukte. In den letzten Jahren sind dann noch die funktionellen Lebensmittel hinzugekommen, die sich durch einen Zusatznutzen auszeichnen, wie z. B. die probiotischen Milchprodukte, die einen positiven Effekt auf die Darmflora versprechen. Alle diese Lebensmittel werden während ihrer Ver- und Bearbeitung in Einzelbausteine zerlegt, nach einem ernährungsphysiologisch nicht nachvollziehbaren Prinzip wieder zusammengesetzt, was zur Folge hat, dass teilweise sehr wertvolle Bestandteile auf der Strecke bleiben. Bei der Herstellung von Weißmehl aus Getreide gehen beispielsweise Vitamine und Mineral- und Ballaststoffe verloren.

Vollwerternährung versteht sich ganzheitlich

In der Vollwerternährung werden vollwertige Lebensmittel empfohlen, die von sich aus ihren vollen Wert haben, sie müssen nicht gesund gemacht werden. Vollwertige Lebensmittel enthalten keine zugesetzten Aromen, Farbstoffe, Konservierungsmittel oder andere Zusatzstoffe und sind idealerweise naturbelassen und höchstens gering verarbeitet. Das Konzept besteht darin, die Natürlichkeit der Lebensmittel nicht nur im Bezug auf die Gesunderhaltung der Menschen zu sehen, sondern auch den Bezug zur Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit zu betrachten.Lebensmittel sollten demnach möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. artgerechter Tierhaltung kommen, regional und saisonal, umweltverträglich verpackt und wenn möglich aus fairem Handel bezogen werden.

Was heißt umweltverträglich bzw.ökologisch?

Über die Empfehlungen in der Vollwerternährung, Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. artgerechter Tierhaltung zu bevorzugen, kann jeder von uns über den bewussten Einkauf von umweltfreundlich erzeugter, verarbeiteter, verpackter und vermarkteter Lebensmittel zur Schonung der Umwelt beitragen. Die Grundsätze des ökologischen Landbaus sind:

  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel,
  • Erhalt und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit,
  • artgerechte Tierhaltung.

Weiterhin werden nach wie vor kontrovers diskutierte Verfahren wie z. B.Gentechnik und Bestrahlung abgelehnt

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