Katrin kann’s – aber Christian will es auch können

Lotta, mittlerweile zwei Monate alt, ist nicht immer leicht zu beruhigen – da muss man schon genau, wissen, wie man’s macht. Da Katrin die meiste Zeit mit Lotta verbringt (Christian arbeitet tagsüber), ist sie darin einfach sehr routiniert. Aber auch Christian will Lotta beruhigen können – wenn er nur dürfte …

  • Christian ©Daniela Sonntag

    Christian will Lotta auch beruhigen können

     

„Christian, so kriegst du sie nicht beruhigt – das hab ich schon ausprobiert. Nimm sie lieber so.“ Und schon hat Katrin Christian die kreischende Lotta aus dem Arm genommen und zeigt ihm, wie er Lotta am besten halten soll. „Siehst du, so klappt es im Moment eigentlich immer ganz gut. Weißt du, jetzt ist sie gerade so schön ruhig – lass sie einfach bei mir, ich mach das schon. Ich glaube, sie schläft gleich ein.“

Christian kommt sich blöd vor  

Es nervt ihn, dass Katrin ihm ständig Lotta abnimmt, wenn er es nicht schafft, sie innerhalb von zwei Sekunden zu beruhigen. Bei Katrin beruhigt sich Lotta tatsächlich meistens sofort. Aber wie soll er es denn lernen, wenn er nie die Gelegenheit dazu bekommt? Und dann beschwert sich Katrin auch noch regelmäßig, dass er ihr Lotta viel zu selten abnimmt. Wie soll er Katrin entlasten, wenn er ständig unter Beobachtung steht und immer davor Angst haben muss, dass Katrin ihn zurechtweist, weil er sich mal wieder nicht richtig um Lotta geküm­mert hat? Katrin kommt gerade aus dem Schlafzimmer, wo sie die schlafende Lotta ins Bett gelegt hat. Christian spürt, dass er seinen Frust loswerden muss.

Christian setzt seine Papa-Rechte durch  

„Katrin, ich möchte nicht, dass du mir Lotta abnimmst, wenn sie sich nicht innerhalb von zwei Sekunden bei mir beruhigt oder wenn ich irgendetwas anders mache als du. Ich bin Lottas Vater und ich möchte meine Tochter auch gut beruhigen können. Und du musst mir dazu die Chance geben. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn du mir mal einen Tipp gibst, aber du musst mir auch zugestehen, dass ich es vielleicht ein wenig anders mache als du.“ Katrin hat sich mittlerweile neben Christian auf das Sofa gesetzt. Ihr ist das gerade ziemlich unangenehm. „Christian, du hast völlig recht. Mir ist das auch schon aufgefallen, dass ich schnell dabei bin, dir Lotta wegzunehmen. Das tut mir echt leid. Das ist wahrscheinlich einfach so ein Mutter-Impuls. Aber ich verspreche dir – ich werde mich in Zukunft zurückhalten. Ich weiß ja, dass du alles machst, damit es Lotta gutgeht. Und natürlich ist es auch für mich einfacher, wenn du öfter mal das Lotta-Beruhigen übernimmst. Ich will das ja auch!“ „Bähhhhhhhh.“ Lotta weint – Katrin springt auf. Christian hält ihre Hand fest. „Halt – ich mach das schon.“ Katrin setzt sich wieder. „Ach ja. Na gut. Aber wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid! Und – Christian, probier es auch mal mit dem Schnuller. Das hat vorhin geklappt!“

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