Morgendliche Übelkeit: Die 10 Gebote

Sobald eine Frau verkündet, dass sie schwanger ist, wird sie gefragt, ob sie unter Übelkeit leide – eine gute Portion Übelkeit gehört einfach zu einer richtigen Schwangerschaft. Dieses Übelkeitsgefühl, mit oder ohne Übergeben, wird morgendliche Übelkeit genannt. Wir Freundinnen finden jedoch, dass dafür ein präziserer und dramatischerer Begriff gefunden werden sollte, und schlagen zum Beispiel »Progesteron-Vergiftung« vor. Die Benennung »morgendliche Übelkeit« ist besonders irreführend, weil es dich zu jeder Tages- oder Nachtzeit treffen kann. Einige Frauen haben von früh bis spät ein flaues Gefühl im Magen.  

Es gibt jedoch auch Positives über die morgendliche Übelkeit zu berichten. Erstens: Nicht jede bekommt sie. Zweitens: Wenn du sie bekommst, wird sie ziemlich sicher bis zum Ende des dritten Monats wieder verschwunden sein und nie wieder auftreten (bitte nagele mich nicht fest). Und drittens besagt eine alte Volksweisheit, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt desto geringer ist, je schlimmer deine Übelkeit ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Babys von besonders geplagten Müttern bereits solche Kontrolle über das mütterliche Körpersystem ausüben, dass nichts sie wieder rausbringen kann. Jedenfalls hat die Sprechstundenhilfe meines Arztes, wenn sie sich nach meinem Befinden erkundigte und ich ihr entgegnete: »Mir ist übel«, immer gelächelt und mit »Gut!« geantwortet.  

Die 10 Gebote bei morgendlicher Übelkeit

  1. Iss über den ganzen Tag verteilt kleine Mengen an unbedenklichen Nahrungsmitteln.
  2. Iss nichts, wenn der Geruch nicht appetitanregend ist.
  3. Iss etwas ungefähr um vier Uhr morgens beziehungsweise nach deinem letzten mitternächtlichen/frühmorgendlichen Besuch auf der Toilette.
  4. Nimm Vitamine nur nachts ein oder hör mit der Einnahme auf, bis du dich wieder besser fühlst. (Dein Arzt wird dir vielleicht raten, in der Zwischenzeit trotzdem Folsäure-Ergänzungspräperate einzunehmen).
  5. Nimm deine Vitamine nicht zusammen mit Zitrussäften.
  6. Wenn du auf nichts Appetit hast, versuch es mit einer Schüssel Müsli oder einer süßen Frucht.
  7. Wenn dir schon beim Gedanken an Nahrung schlecht wird, versuch, ein Lakritzbonbon zu lutschen (wirkt unter Umständen beruhigend).
  8. Probiere, ob die elastischen Armbänder, die in der Apotheke gegen Seekrankheit verkauft werden, bei dir helfen.
  9. Meide alles Knabbergebäck, außer du hast richtig Appetit darauf (was ich mir nicht vorstellen kann, es sein denn, du bist ein Papagei).
  10. Folge deinen Gelüsten. Wenn du richtig Heißhunger auf ein bestimmtes Nahrumgsmittel hast, stehen die Chancen gut, dass es dir nach dem Verzehr besser geht. (Sei jedoch vorsichtig, wenn du wie ich ständig Heißhunger auf Schokolade und Eiscreme hast)  

Tipp

Die erste und wichtigste Regel, die wir Freundinnen dir zu morgendlicher Übelkeit mitgeben wollen, lautet: Wenn du unter Übelkeit leidest, bedeutet dies nicht, dass du während deiner Schwangerschaft etwas falsch gemacht oder ein ambivalentes Gefühl hinsichtlich des Babys hast.