Lotta isst im Kindergarten

Katrin und Christian beobachten sehr genau, wie sich Lottas Essverhalten im Kindergarten ändert, seit sie am Tisch mit den anderen Kindern mitisst. Zunächst hat sie nur wenig gegessen, aber mittlerweile klappt es gut.

Lotta ist mit einem Jahr in den Kindergarten gekommen. Sie hat sich dort relativ gut eingewöhnt. In den ersten Wochen haben Katrin und Christian Lotta vor dem Mittagessen abgeholt. Einige Wochen später blieb sie auch schon bis nach dem Mittagsschlaf. Bis sie ca. 15 Monate alt war, wurde Lotta im Kindergarten mit Brei gefüttert. Teilweise haben Christian und Katrin den Brei am Abend vorbereitet und ihr mitgegeben, sodass die Erzieherinnen ihn nur noch aufwärmen mussten. Später haben die Erzieherinnen das allgemeine Mittagessen einfach nur für Lotta püriert. Mit 16/17 Monaten war Lottas Breiphase dann langsam zu Ende und sie aß mit ihrer Kindergartengruppe zusammen all das, was dort frisch gekocht wurde. Nudeln, Reis, Kartoffeln und Suppen konnte Lotta leicht essen, mit Fleisch und knackigem Gemüse hat sie sich noch etwas schwer getan. Als sie dann zwei Jahre alt war, brauchte sie nur noch ganz selten beim Essen die Hilfe der Erzieherinnen und wurde immer selbstständiger.

Lotta isst manchmal nur wenig im Kindergarten

Lotta hatte zu Beginn ihrer Kindergartenzeit eine ganz enge Bindung zu einer Erzieherin, Maria, aufgebaut. Maria hat ihr mindestens zwei Mal am Tag das vorbereitete Essen gegeben. Hier lief das Essen zum Großteil deshalb so gut, weil Lotta sich mit ihr rundum sicher und geborgen fühlte. Nun isst Lotta am Tisch gemeinsam mit vielen anderen Kindern und Maria, die früher für sie alleine verantwortlich war, schaut nun gemeinsam mit zwei Kolleginnen auf die ganze Gruppe. Am Tisch geht es munter und laut zu und wenn Lotta nicht so hungrig ist, lenkt sie der Trubel vom Essen ab. Gerne beobachtet sie das Geschehen und vergleicht sich mit den kleineren und größeren Kindern. Das bringt sie in ihrer Entwicklung weiter – aber es sättigt sie nicht. Es ist aber nicht schlimm, wenn Lotta hin und wieder nichts isst. Lottas Eltern tun gut daran, dies in Ruhe zu beobachten und den »Fehler« weder bei den Erzieherinnen noch beim Essensangebot zu suchen. Schön wäre es, wenn sie am Nachmittag Lotta etwas zum Essen anböten, um das verpasste Mittagessen auszugleichen. Lotta wird noch ein wenig Zeit brauchen, um sich selbst in der großen Gemeinschaft zu versorgen. Dies wird ihr gelingen, je weniger die Erwachsenen die Situation thematisieren und dramatisieren.

Immer wieder ist es aber auch so, dass Kinder im Kindergarten gezwungen werden, mindestens einen »Probierhappen « von allem zu probieren. Frei nach dem Motto: »Wer nicht probiert hat, kann nicht sagen, dass es ihm nicht schmeckt.« Das ist sicherlich gemeinschaftspädagogisch gesehen verständlich. Für jedes einzelne Kind bedeutet es aber eine Missachtung des Selbstwerts und der Selbstbestimmung und führt sehr häufig dazu, dass die Kinder gar nichts mehr essen. Katrin und Christian sollten, wenn Lotta erzählt, dass sie probieren musste, dies mit den Erzieherinnen besprechen und ihnen ihren eigenen Grundsatz »Zum Probieren animieren und die Ablehnung akzeptieren« weitergeben. Katrin und Christian sind sich einig, dass niemand, auch nicht die Erwachsenen, gezwungen werden will, etwas zu essen, was er nicht will. Um die Neugierde eines Kindes zu wecken, ist es – auch für Erzieherinnen – immer gut, von den eigenen Gefühlen zu diesem speziellen Gericht zu sprechen, z. B.: »Das schmeckt so wie bei meiner Vorleseoma, die mit der großen Schaukel im Garten – und da hat immer alles so supergut geschmeckt!«

Im dritten Kindergartenjahr isst Lotta besser

Da Lotta in einem Kindergarten ist, den die Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren besuchen, hatte sie viele Gelegenheiten, während der Mahlzeiten die unterschiedlichen Esscharaktere kennenzulernen. Gefühle wie »Ich bin jetzt schon viel größer als die Kleinen« und »Da, wo die Großen sind, da möchte ich gerne hin« prägen ihren Tag. Denn da gibt es schon einige Kinder, die alles essen. Ihr hat geholfen, dass jedes Essen unabhängig von persönlichen Vorlieben in regelmäßigen Abständen immer wieder auf den Tisch kam, sodass Lotta die Gelegenheit hatte, sich langsam z. B. mit den einzelnen Gemüsesorten anzufreunden und zwar über den Sicht-, Hör-, Riech-, Fühl- und schließlich Geschmackskontakt.

Ist Lotta im Kindergarten gut versorgt?  

Mit viel Mühe ist es Katrin und Christian gelungen, für Lotta einen Kindergarten zu finden, in dem noch frisch gekocht wird. Aber schnell ist ihnen klargeworden, dass das Essen auch dort niemals so frisch und ausgewogen ist, wie sie es zu Hause zubereiten könnten. Am Montag schauen sie sich den Wochenplan an, um dann zu überlegen, wie sie das Kindergartenessen mit dem, was Lotta zu Hause einnimmt, günstig ergänzen und optimieren können. Mit Fleisch, Fisch, Obst und Milchprodukten ist Lotta im Kindergarten bestens versorgt. Was aber immer zu kurz kommt, ist die Frischkost und das Gemüse. So bieten sie Lotta am Nachmittag und am Abend Frischkost an und am Abend gibt es bevorzugt Gemüse und Gemüse-Getreide/ Kartoffelgerichte. Ein gutes Gefühl haben sie, seitdem Lotta morgens vor dem Kindergarten ein großes Müsli verputzt.

Lottas Freund Max isst im Kindergarten besser als zu Hause  

Die Eltern von Max freuen sich immer wieder darüber, dass Max im Kindergarten ein so guter Esser ist, wünschen sich dies aber auch für zu Hause. Erst einmal haben sie mit Max gesprochen und ihn gefragt, was er am Kindergartenessen so gut findet. Danach haben sie ein Gespräch mit der Kindergartenköchin geführt und sie gefragt, wie sie zum Beispiel das Gemüse oder das Fleisch zubereitet, wie sie es schneidet, dekoriert bzw. würzt. Auch die Erzieherinnen haben sie gefragt, wie sie die Essenssituation gestalten, dass Max bei ihnen so gerne und gut isst. Der Einsatz hat sich gelohnt, viel mussten sie gar nicht verändern, und seitdem ist Max auch zu Hause viel offener gegenüber dem Essen geworden.

 

 

 

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