Die Geschichte vom Orange Rhino oder „Wie ich aufhörte, meine Kinder anzuschreien!“

Sheila McCraith ist Mutter von vier Söhnen und weiß nur zu gut, dass es im Alltag mit Kindern manchmal schwierig ist, ruhig und gelassen zu bleiben. Eines Tages beschloss sie, ein ganzes Jahr lang nicht mehr zu schreien. Wie ihr das gelang, hat sie in ihrem Ratgeber „Erziehen ohne auszurasten“ für Sie aufgeschrieben!

Die Autorin über die Geburtsstunde der Orange Rhino Challenge

Am Freitag, den 20. Januar 2012 bekam unser Handwerker mit, wie ich meine Söhne anschrie. Und ich
meine damit richtig anschreien... mit hochrotem Kopf, Zittern am ganzen Körper und in voller Lautstärke! Ich schämte mich dafür in Grund und Boden ... ging noch mal in mich und beschloss, dass es nun wirklich an der Zeit war, etwas zu ändern. Ich konnte mir nicht länger einreden, dass es nicht schlimm sei, die Kinder anzubrüllen. Und ich wollte nicht mehr, dass meine Kinder mich als schreiende, gemeine, furchteinflößende Mutter sahen, wo ich doch immer eine liebende, geduldige, bestimmte, aber freundliche Mama sein wollte und eigentlich auch wusste, dass ich so sein kann.

Ich hatte das Schreien satt. Am nächsten Morgen verkündete ich meiner Familie, dass ich von nun an 365 Tage am Stück nicht mehr schreien würde, ja, genau, am Stück! Sollte ich doch schreien, würde ich wieder bei Null anfangen. Und sollte ich so richtig ausflippen, würde ich sogar zwei Tage dranhängen. Es war ein hochgestecktes Ziel mit harten Regeln, aber das passt zu mir und meiner Ganz-oder-gar-nicht-Mentalität und war genau das, was ich brauchte, um es endlich anzugehen.

Ich startete einen Blog, um meine Fortschritte öffentlich kundzutun und die ganze Aktion für mich verbindlicher zu machen. Meinen Blog nannte ich zunächst „365 schreifreie Tage“. Aber ich wollte etwas Besseres. ein inspirierendes Symbol für meine Challenge, das ich mir in schwierigen Zeiten anschauen könnte und das mich an mein Versprechen erinnern würde. Mir wollte einfach nichts einfallen, bis ich eines Morgens die Jungs gerade allesamt in unseren Minivan bugsierte. Ich schnallte James an, als er mir ins Gesicht schrie. Ruhig sagte ich zu ihm: „James, wenn Mama nicht schreien darf, was bedeutet das dann für dich?“ Er sah mich an, popelte und antwortete genauso ruhig: „Ich darf auch nicht schreien. Aber in der Nase bohren darf ich!“ Haha! Ich musste so lachen! An jenem Abend googelte ich „Nase“ und landete irgendwann bei „Nashorn“.
Weitere Recherchen enthüllten, dass Nashörner von Natur aus ruhige, friedliebende Tiere sind, die aber aggressives Verhalten zeigen und angreifen, wenn man sie ärgert. Aha. Ich bin wie ein Nashorn. Ich kann eine gelassene Mutter sein, aber wenn man mich reizt, greife ich mit Worten an. Ach Mensch, ich wollte kein normales graues Nashorn mehr sein, wollte mich nicht mehr provozieren lassen. Wollte nicht mehr ausflippen. Ich wollte so warm und voller Liebe sein wie die Farbe Orange und mir war klar, ich brauchte auch die Entschlossenheit und Energie, die Orange ausstrahlt. Und siehe da – die Orange Rhino Challenge war geboren!

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