Die drei Baby-Modelle

Alle Babys haben die gleichen Bedürfnisse – sie brauchen Nähe, Trost, Beistand und mit zunehmendem Alter immer mehr Anregung, Freiraum und natürlich Anerkennung und Vertrauen. Aber die Bedürfnisse sind verschieden stark ausgeprägt und schon von Geburt an unterscheiden sich Babys deutlich darin, wie sie zufrieden zu stellen sind. Ist das eine Baby von Anfang an ein in sich ru­hender Buddha, das sich scheinbar selbst genügt, ist das andere ein fleischgewordener Anspruch, der seine Eltern ununterbrochen fordert. Dazwischen gibt es natürlich noch das typische Baby – das hat von allem etwas. Wenn Sie wissen, welches „Modell“ Sie zu Hause haben, können Sie besser einschätzen, welche Durchschlaf- bzw. Einschlaf-Tipps bei Ihrem Baby funktionieren könnten und es wird Ihnen leichter fallen, Verständnis für Ihr Baby aufzubringen, wenn die ganzen wunderbaren Tipps bei ihrem Baby keine Wirkung zeigen.

Das Vorzeige-Modell

Das Vorzeige-Baby ist ausgeglichen, in sich ruhend und stets zufrieden. Es ist rundum unkompliziert. Es schläft von Geburt an problemlos ein und schläft nach wenigen Wochen durch. Wenn es aufwacht, schreit es nicht, sondern beschäftigt sich mit sich selbst. Legt man das Vorzeige-Baby zum Schla­fen hin (vorausgesetzt es ist müde – das gilt auch hier), schläft es nach wenigen Minuten ein. Gerne auch ohne großen Beistand der Eltern. Vorzeige-Babys ent­wickeln früh einen ausgeprägten Schlaf-wach-Rhythmus und sind so für Eltern prima berechenbar. Eltern von Vorzeige-Babys wundern sich immer ein wenig, warum andere Eltern so viel zu klagen haben. Vorzeige-Babys gibt es tatsächlich – allerdings sehr selten.

Das anspruchsvolle Modell

Das an­spruchsvolle Baby ist der krasse Gegen­satz zum Vorzeige-Baby. Es sind Rund-um-die-Uhr-Kümmer-Babys, sensibel, anspruchsvoll und immer fordernd. Sie haben ausgesprochen starke Bedürfnisse und sie brauchen viel Zuwendung – so viel, dass ihre Eltern oft an ihre Gren­zen kommen. Anspruchsvolle Babys sind häufig unzufrieden, fühlen sich unwohl, weinen und schreien verhältnismäßig viel. Sie wollen ständig auf dem Arm getragen werden, lassen sich nicht ablegen, schlafen schwer ein, wachen ständig auf. Die meisten Ein- und Durchschlaf-Tipps bringen bei ihnen nicht viel. Oft sind diese Babys selbst gegen die härtesten Schlaflernprogramme resistent. Eltern von anspruchsvollen Babys haben einen harten Job. Aber ihre Mühe zahlt sich aus. Wenn sie es schaffen, die Bedürfnisse ihrer Kleinen immer wieder ernst zu nehmen und darauf einzugehen, dann wird aus einem anspruchsvollen Baby oft schon nach ein paar Monaten ein klassisches Modell.

Das klassische Modell

Zum klassischen Modell gehören die meisten Babys – in einigen Bereichen sind sie pflegeleicht in anderen etwas anspruchsvoller. Das eine schläft hervorragend ein und wacht dafür nachts öfters auf. Das andere schläft nach wenigen Monaten wunder­bar durch, braucht aber dafür ewig, bis es einschläft. Meist wirken die gewöhnlichen Einschlaf- und Durchschlaftricks bei klassischen Babys ziemlich gut und das Engagement der Eltern lohnt sich recht schnell.

Während die Elterntypen über die Zeit hinweg recht stabil bleiben, gilt das Baby-Modell-Schema im Grunde nur für das erste Jahr, selten bis hin zum Kleinkindalter. Das heißt, aus anspruchsvollen Babys werden in einigen Monaten „normal anstrengende“ Kinder. Das Gleiche gilt für Vorzeige-Modelle. Also – genießen Sie Ihr Vorzeige-Baby, wenn Sie eins haben bzw. stehen Sie Ihrem anspruchs­vollen Baby bei und halten Sie durch – Besserung ist in Sicht!

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