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SOP Management der Staphylococcus-aureus-Blutstrominfektion

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist nach Escherichia coli der zweithäufigste Erreger ambulant erworbener und nosokomialer Blutstrominfektionen. Die Inzidenz beträgt 10 – 32 Fälle/100 000 Einwohner pro Jahr. Die Krankenhaussterblichkeit von Patienten mit einer S.-aureus-Blutstrominfektion (SAB) ist hoch und liegt bei 15 – 40 %.

Zu den Komplikationen, die im frühen Krankheitsverlauf auftreten, zählen

  • der septische Schock,
  • die kontinuierliche Ausbreitung der Infektion über den primären Infektionsherd hinaus oder
  • frühe septische Absiedelungen (z. B. Lungenabszess).

Bei 8 – 15% der Patienten kommt es aufgrund septischer Absiedelungen nach mehreren Wochen bis Monaten zu Spätkomplikationen (z. B. Spondylodiszitis, Endokarditis oder periprothetische Gelenkinfektion). Dieses Risiko ist v. a. bei Patienten mit einer ambulant erworbenen SAB deutlich erhöht. Ursache hierfür ist möglicherweise ein in der Regel späterer Beginn einer Antibiotikatherapie und somit eine prolongierte Bakteriämie mit einem erhöhten Risiko für septische Absiedelungen. Darüber hinaus stellen okkulte bzw. primär nicht sanierte Infektionsherde und eine inadäquate Therapie weitere Risikofaktoren für Spätkomplikationen dar.

S. aureus besitzt eine Reihe von Virulenzfaktoren, die für den häufig komplikationsträchtigen Verlauf einer SAB verantwortlich sind. So bilden die Erreger während der akuten Phase der Infektion eine Vielzahl von Faktoren, die proinflammatorische und zytotoxische Effekte verursachen und das Überleben der Bakterien im Blutstrom begünstigen. Eine weitere wichtige Eigenschaft von S. aureus ist die Bildung von Biofilmen auf Oberflächen. Sowohl in den Biofilmen als auch in den Wirtszellen können sich metabolisch minderaktive und antibiotikatolerante Phänotypen (sog. „small colony variants“ [SCV]) bilden. Diese persistieren über lange Zeit im Wirtsgewebe und können chronische Infektionen bzw. späte Rezidive verursachen. Die antibiotische Behandlung intrazellulärer oder im Biofilm geschützter und metabolisch wenig aktiver Phänotypen ist schwierig und erfordert häufig ein chirurgisches Débridement oder eine Fremdkörperentfernung im Sinne einer adäquaten Fokussanierung.

Angesichts des komplikationsträchtigen Verlaufs mit einer hohen Morbidität und Mortalität unterscheidet sich das klinische Management einer SAB maßgeblich von Blutstrominfektionen mit anderen Erregern. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass durch Einhaltung von Empfehlungen zu Therapie und Diagnostik die Sterblichkeit um bis zu 50% reduziert werden kann. Ziel der SOP ist es, die aktuellen Empfehlungen zum klinischen Management der SAB zusammenzufassen.

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag SOP Management der Staphylococcus-aureus-Blutstrominfektion.

Aus der Zeitschrift Intensivmedizin up2date 04/2018.

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