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Handverletzungen

Die notfallmedizinische Versorgung von Handverletzungen stellt sich sehr vielfältig dar. Die vorgefundenen Verletzungsbilder variieren von einfachen Schnitt- oder Quetschverletzungen über Verbrennungen bis hin zu schweren Amputationsverletzungen. Auch im Falle von mehrfachverletzten oder polytraumatisierten Patienten können Handverletzungen begleitend auftreten. Bereits präklinisch wird die spezialisierte Versorgung in die Wege geleitet, um einen möglichst vollständigen Funktionserhalt zu gewährleisten.

Einleitung

Die menschliche Hand ist in ihrer Funktion weit mehr als ein reines Greiforgan. Durch ihren komplexen Aufbau werden ein Erkunden der Umwelt und eine Teilnahme am alltäglichen Leben erst möglich gemacht. Hieraus erwächst die Notwendigkeit einer spezialisierten Versorgung, um einen möglichst vollständigen Funktionserhalt zu gewährleisten. Eine adäquate präklinische Diagnostik und Versorgung kann hierbei die weitere Versorgung des Patienten maßgeblich beeinflussen. Auch die Wahl der Zielklinik kann entscheidend sein, um Verzögerungen in der chirurgischen Versorgung der Patienten zu vermeiden.

Insgesamt muss festgehalten werden, dass eine Versorgung lebensbedrohlicher Verletzungen nicht verzögert oder hintenangestellt werden darf („Life before Limb“).

PRINZIP: Instabiler Patient mit Handverletzung: Bei instabilen Patienten muss nach dem Grundsatz "Life before Limb" gehandelt werden.

Anatomie

Eine Kenntnis der wesentlichen anatomischen Strukturen und deren Verlauf ermöglicht die Abschätzung der Verletzungsschwere, der Dringlichkeit der Versorgung und erleichtert die Auswahl einer adäquaten Zielklinik.

Wesentliche anatomische Strukturen stellen Beuge und Strecksehnen, Nerven und Gefäße dar.

 

Epidemiologie

Der Anteil von Handverletzungen und schweren Handverletzungen im Rahmen von Arbeitsunfällen wird mit bis zu 42% angegeben. Darüber hinaus sind 9% der unfallbedingten Neuberentungen pro Jahr Folgen einer stattgehabten schweren Handverletzung.

Amputationen im Bereich der oberen Extremität sind zu 90% traumatisch bedingt:

  • 53% im Rahmen eines Arbeitsunfalls,
  • 18% bei Verkehrsunfällen,
  • 15% bei landwirtschaftlichen Unfällen,
  • 10% durch Sägeverletzungen.


Mikroamputationen sind 14 × häufiger als Makroamputationen, Männer sind 4 × häufiger betroffen als Frauen und der Altersgipfel liegt zwischen 20 und 40 Jahren.

 

Klassifikationen

Weichteilverletzungen

Zur Einschätzung der Schwere des Weichteilschadens haben sich bei offenen Frakturen die Einteilung nach Gustilo und Anderson, bei geschlossenen Frakturen die Einteilung nach Tscherne und Oestern bewährt. Insbesondere bei Quetschverletzungen ist die Anwendung der genannten Klassifikationen hilfreich, um eine adäquate Einschätzung der Verletzungsschwere zu ermöglichen.

Verbrennungen

Zur Abschätzung der Verletzungsschwere bei Verbrennung muss neben dem Ausmaß der verbrannten Körperoberfläche in % die klinische Einteilung nach Verbrennungsgraden angegeben werden.

Cave: Bei der Einschätzung des Schweregrades wird hierbei häufig die Oberfläche überschätzt und die Verbrennungsschwere unterschätzt.
Merke: Verbrennungen im Bereich der Hand stellen trotz der geringen Körperfläche immer eine besondere Verletzungsschwere dar.

Amputationsverletzungen

Es wird zwischen subtotaler und totaler Amputation unterschieden.

  • Bei einer kompletten Durchtrennung des Körperquerschnittes handelt es sich um eine totale Amputation.
  • Bei Verletzung bzw. Durchtrennung wesentlicher Versorgungsgefäße, welche unbehandelt zur Nekrose des distalen Körperabschnitts führen würde, spricht man von einer subtotalen Amputation. Eine Einteilung besteht hier nach Meyer.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Handverletzungen

Aus der Zeitschrift Notfallmedizin up2date 02/2018

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