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Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)

Die perkutane endoskopische Gastrostomie ist ein Standardverfahren für die längerfristige enterale Ernährung. In dieser Anleitung werden Indikationen und Kontraindikationen der Methode detailliert erläutert. Schritt für Schritt wird das korrekte Vorgehen erklärt und mit vielen Abbildungen illustriert.

Schlüsselwörter
perkutane endoskopische Gastrostomie - PEG - enterale Ernährung

Seit ihrer Erstbeschreibung im Jahr 1980 [1] hat sich die perkutane endoskopische Gastrostomie nach dem Fadendurchzugsverfahren zu einem Standardverfahren für die längerfristige enterale Ernährung entwickelt. Wann eine PEG indiziert ist, auf welche Kontraindikationen Sie achten müssen und wie die Sonde richtig angelegt wird, zeigt Ihnen unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Indikationen

Dauer der enteralen Ernährung | Über die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) sollten Patienten ernährt werden, die aufgrund ihrer Grunderkrankung (Tab.  [ 1 ]) längerfristig keine oder nur unzureichende Mengen Nahrung auf dem oralen Weg zu sich nehmen können.

Tab. 1
Mögliche Indikationen für eine PEG-Anlage.

Neurogene Schluckstörungen

Mechanisch bedingte Schluckstörungen (z. B. durch Tumore, Narben)

Zu erwartende Ösophagitis unter Radiatio

Geriatrische Patienten (Demenz im Frühstadium mit mangelnder Nahrungsaufnahme)

Intensivpatienten (sobald längerfristige enterale Ernährung absehbar ist)

Kurzdarmsyndrom (bei Rest-Dünndarm > 100 cm, sonst TPE)

Inappetenz

Ausgeprägte Malnutrition, Kachexie

 

Eine PEG ist indiziert, wenn der Patient für mehr als 4–6 Wochen enteral ernährt werden muss [2].

Auch wenn eine Ösophagitis als Nebenwirkung einer Radiatio zu erwarten ist, kann eine prophylaktische PEG-Anlage gerechtfertigt sein. Eine weitere Spezialindikation ist die Ableitungs-PEG bei ausgeprägter Peritonealkarzinose mit unstillbarem Erbrechen. Bei Magenausgangsstenose, Magenmotilitätsstörung oder Zustand nach Gastrektomie kann in analoger Technik die perkutane endoskopische Jejunostomie (PEJ) angelegt werden. Alternativ kann man über eine vorhandene gastrale PEG endoskopisch eine Jejunalsonde einlegen (Jet-PEG).

PEG am Lebensende | Die künstliche Ernährung am Lebensende (z. B. bei fortgeschrittener Demenzerkankung) wurde über längere Zeit heftig diskutiert und wird inzwischen nur noch in Ausnahmefällen als sinnvoll angesehen. Die PEG-Sonde kann niemals ein Ersatz für menschliche und pflegerische Zuwendung sein.


Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen | Eine PEG sollten Sie nicht anlegen bei:

einer Lebenserwartung < 4 Wochen

fehlendem endoskopischen Zugang

schweren Gerinnungsstörungen (Quick < 45 %, Thrombozyten < 50 000 / µl)

Magenausgangsstenose oder Magenentleerungsstörung (PEJ oder Jet-PEG wählen)

einer Akutphase einer Erkrankung

Schockgeschehen

akuten Stoffwechselentgleisungen

Perforation des Gastrointestinaltrakts

Peritonitis

Relative Kontraindikationen | Zu den relativen Kontraindikationen zählen:

fehlende Diaphanoskopie (s. u.)

größere Menge Aszites

Ulkusleiden oder Tumor (keine Punktion im Bereich der Läsion)

gestörte Darmpassage (z. B. Ileus, Peritonealkarzinose)

Malabsorption

sehr unruhige Patienten, die sich durch Zug an der Sonde verletzen könnten

geplanter Magenhochzug bei Ösophaguskarzinom (mit dem Chirurgen absprechen, ggf. parenterale Ernährung oder PEJ wählen)

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG)

Aus der Zeitschrift DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 14/2015

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Quelle

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