Mutterschutz im Klinikalltag

  • Dr. Holger Herzing

    Interview mit Dr. Holger Herzing

     

Um das Thema Mutterschutz kommt im Klinikalltag niemand herum. Mancher sieht bei diesem Thema rot. Dr. Holger Herzing bleibt gelassen. Der Chefarzt der Allgemein- und Unfallchirurgie des Kreiskrankenhauses St. Anna Höchstadt zeigt: Weiterbildung und Mutterschutz sind vereinbar – sogar in der Chirurgie.

Herr Herzing, als Ihnen zum ersten Mal eine Assistenzärztin gesagt hat, dass sie schwanger ist. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?
Nichts.

Es war Ihnen egal, dass Sie den ganzen Dienstplan umwerfen mussten?
Frauen bekommen nun mal die Babys. Das ist ein Grund zum Feiern und nicht zum Trauern. Ich freue mich, wenn eine meiner Assistenzärztinnen schwanger ist, und dann bekommt sie von mir einen Blumenstrauß.

So positiv wie Sie reagieren aber nicht viele Ihrer Kollegen...
Leider, aber sie verkennen die Zeichen der Zeit. Mich hat mein früherer Chef, Prof. Hirner, während meiner Assistenzzeit am Uniklinikum Bonn entscheidend geprägt. Er hat schon damals die heutige Entwicklung des chirurgischen Arbeitsmarktes vorhergesehen, dass Frauen für die chirurgischen Fächer immer wichtiger werden. An seiner chirurgischen Klinik betrug der Frauenanteil 50 % – und das war vor 20 Jahren. Für die damalige Zeit war das sehr ungewöhnlich. Klar war bei so vielen Frauen auch immer die ein oder andere schwanger, aber das war nie ein Thema. Allein die Leistung hat gezählt. Und genau das ist auch mein Grundsatz.

Aber wie verwirklichen Sie diesen Grundsatz konkret im Kinikalltag, wenn eine schwangere Assistenzärztin ihren Dienst nicht mehr wie gewohnt machen kann?
Das fängt schon viel früher an, bevor es überhaupt darum geht, zu klären, welche Arbeiten eine Schwangere noch übernehmen kann. Wenn sich bei mir eine Ärztin bewirbt, dann ist immer eine meiner ersten Fragen: „Wie sieht es denn mit Familienplanung aus?“

Das fragen Sie wirklich?
Jetzt wollen Sie bestimmt sagen, so eine Frage darf man doch in keinem Vorstellungsgespräch stellen.

Lesen Sie hier das gesamte Interview: Mutterschutz im Klinikalltag

Aus der Zeitschrift XX 2/2012

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