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Rechtsmedizin: Juristische Aspekte der ärztlichen Leichenschau

Die Leichenschau ist der letzte ärztliche Dienst am Menschen. Prinzipiell ist jeder Arzt verpflichtet, sie durchzuführen – egal ob niedergelassen oder in der Klinik. Auf die leichte Schulter nehmen sollte man diese Aufgabe nicht: Wer bei der Feststellung der Todesursache nicht sorgfältig vorgeht, dem drohen hohe Geld- oder gar Freiheitsstrafen. Wissen Sie, welche Rechte und Pflichten Sie bei der Durchführung einer ärztlichen Leichenschau haben?

Sinn und Nutzen der Leichenschau

Rechtssicherheit | Nur ein Arzt ist in Deutschland dazu befugt, den Tod eines Menschen festzustellen und die Leichenschau durchzuführen – und das aus gutem Grund. Schließlich fallen bei ihr Entscheidungen, die weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen können. Die Leichenschau leistet einen Beitrag zur Rechtssicherheit, denn durch sie werden rechtsrelevante Umstände den Strafverfolgungsbehörden gemeldet und Ermittlungen überhaupt erst ermöglicht.

Erbrecht und Todesursachenstatistik | Eine sachgerecht durchgeführte Leichenschau kann weitere Todesfälle verhindern – zum Beispiel indem eine Kohlenmonoxidintoxikation erkannt und die Vergiftungsquelle beseitigt wird. Darüber hinaus lassen sich in manchen Fällen mithilfe der Leichenschau und der Obduktion Fragen des Erbrechtes oder Ansprüche Angehöriger auf Versicherungsleistungen klären. Auch stützt sich die amtliche Todesursachenstatistik auf die in den Todesbescheinigungen enthaltenen Angaben und hat Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen.

Sichere Todeszeichen | Zweifellos handelt es sich also bei der ärztlichen Leichenschau um einen äußerst verantwortungsvollen letzten Dienst am Patienten. Dazu gehört die Feststellung des Todes anhand mindestens eines sicheren Todeszeichens oder gegebenenfalls dem Hirntod. Zu den sicheren Todeszeichen zählen:

-Totenflecken


-Totenstarre


-Fäulnis


-nicht mit dem Leben vereinbare Verletzungen


Außerdem werden Todesursache, Todesart und Todeszeit unter Beachtung von Meldepflichten und seuchenhygienischen Aspekten erfasst.

Gesetzliche Bestimmung der Leichenschau | Eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung der Leichenschau existiert nicht. Jedes Bundesland regelt die gesetzlichen Bestimmungen der Leichenschau selbst (Art. 70 Abs. 1 Grundgesetz). So ergeben sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei den geltenden Gesetzen und Verordnungen.

Um die Regelungen des eigenen Bundeslandes anwenden zu können, obliegt es jedem Arzt, sich die für seine Praxis relevanten gesetzlichen Vorgaben in den Gesetzen über das Leichen-, Friedhofs- und Bestattungswesen oder in den Verordnungen des Polizei- und Ordnungsrechts anzueignen.

Im Folgenden soll auf die übereinstimmenden und grundlegenden Bestimmungen der Bundesländer eingegangen werden.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Rechtsmedizin: Juristische Aspekte der ärztlichen Leichenschau

Aus der Zeitschrift DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift 11/2015

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