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Reden ist Gold: Umgang mit unerwünschten Zwischenfällen

Irren ist menschlich – und Fehler passieren auch Ärzten. Kommt dabei ein Patient zu Schaden, gilt es zunächst, die unmittelbaren Folgen zu begrenzen. Um das Vetrauensverhältnis nicht noch mehr zu erschüttern, ist es außerdem wichtig, den Betroffenen rasch und richtig zu informieren. Dabei gibt es inhaltlich und juristisch einiges zu beachten.

Begriffsdefinition | Als Zwischenfälle gelten unerwünschte Ereignisse oder Schäden im Zusammenhang mit einer medizinischen oder pflegerischen Maßnahme. Sie können vermeidbar oder unvermeidbar sein, z. B. eine

Nachblutung nach einer Operation, wenn intraoperativ bestimmte Maßnahmen unterlassen wurde (vermeidbar) oder
schicksalhafte Nachblutung (unvermeidbar).
Außerdem gibt es fehlerbedingte Beinaheschäden und sogenannte „Never Events“.

„Never Events“ sind schwere Schadensereignisse, die sicher vermeidbar sind und nie auftreten sollten (z. B. Seitenverwechslung bei Operationen an Extremitäten).

Differenzierung schwierig | Ob ein Patientenschaden durch einen Behandlungsfehler entstanden ist, kann häufig erst durch eine gutachterliche Untersuchung festgestellt werden. Oft ist es schwierig, die Folgen der Krankheit und die Folgen einer Fehlbehandlung zu unterscheiden. Von einem Behandlungsfehler spricht man meist, wenn eine medizinische Behandlung nicht unter Beachtung der Behandlungs- oder Pflegstandards durchgeführt oder gänzlich unterlassen wurde.

Verhalten bei einem Zwischenfall

Schaden begrenzen | Nach einem Zwischenfall oder unerwünschten Ereignis mit Patientenschaden müssen zuerst Maßnahmen eingeleitet werden, um die akuten Folgen zu begrenzen und ggf. weitere Patienten vor Schäden zu bewahren. Anschließend sollte umgehend mit dem Patienten über den Zwischenfall gesprochen werden, empfiehlt Prof. Dr. Hartmut Siebert. Der ehemalige Leiter der Unfallchirurgischen und Orthopädischen Klinik am Diakonie-Klinikum Schwäbisch-Hall ist stellvertretender Vorsitzender des „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ (APS). „Bei unerwünschten Ereignissen und Behandlungsfehlern sind eine gute Kommunikation und ein professioneller Umgang mit den Betroffenen und Beteiligten ethisch geboten“, heißt es in der Broschüre „Reden ist Gold“ des APS.

Proaktiv informieren | Nach Sieberts Erfahrung „lässt sich viel Ärger vermeiden, wenn man als Arzt von sich aus früh das Gespräch sucht“ – und nicht erst reagiert, wenn ein Brief vom Patienten oder Rechtsanwalt kommt. Denn viele Patienten wollten nicht unbedingt rechtliche Schritte einleiten und Schadensersatz fordern. Vielmehr möchten sie über den vermeintlichen Behandlungsfehler sprechen und über die Situation aufgeklärt werden, so Siebert.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Reden ist Gold: Umgang mit unerwünschten Zwischenfällen

Aus der Zeitschrift DMW 18/2015

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