• Kleinkind retten

     

SOP Untersuchung von pädiatrischen Notfallpatienten

Kindernotfälle sind selten, gerade deshalb lohnt es aber, sich im Vorhinein mit dem Thema auseinanderzusetzen, um strukturierte Untersuchungs- und Behandlungskonzepte auch in stressigen Situationen parat zu haben und umsetzen zu können. Denn: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Neben Unterschieden in Anatomie und Physiologie brauchen Kinder gerade in Notfallsituationen viel Feingefühl bei Untersuchung und Therapie.

Strukturiertes Vorgehen

Das ABCDE-Schema ist bereits von der Untersuchung Erwachsener vertraut und kann auch für Kinder effektiv angewandt werden ([Abb. 1]). Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen von A nach E, damit keine Details übersehen werden und nicht unnötig Zeit durch chaotische Abläufe verloren wird. Für Kindernotfälle besonders relevante Erkrankungen werden in der vorliegenden SOP nach den Kategorien „häufig“ sowie „selten, aber gefährlich“ aufgelistet und sollten im Einsatz strukturiert abgearbeitet werden.

Das für die Einschätzung der Vitalwerte ([Tab. 1]) wichtige Körpergewicht der Kinder sollte von den Eltern erfragt werden, es stehen auch verschiedene Hilfsmittel (z. B. Notfall-Lineal) zur Verfügung.

Tab. 1 Kinder-Vitalwerte

Gewicht  Alter (ca.)  Herzfrequenz  Atemfrequenz 
 3 kg  Neugeborene  140  40 
 5 kg  < 1 Jahr  130  35
 10 kg  1-2 Jahre  120  30
 15 kg  3-4 Jahre  110  25
 20 kg  5-6 Jahre  100  20
 25 kg  7-8 Jahre  95  20
 30 kg  9-10 Jahre  90  20


Merke: Vorab überlegte Untersuchungsabläufe bieten Sicherheit und sparen Zeit!

Klinische Untersuchung

Airway und Breathing

Bei Kindern führen Probleme im Bereich des Atemweges häufig zu Notfällen und beeinflussen dadurch die anderen Vitalfunktionen erheblich.

Neben Standardmonitoring mit SpO2, EKG und Blutdruckmessung liefern auch klinische Untersuchungen wie Inspektion und Auskultation nützliche Informationen. Dyspnoe, Tachypnoe, Orthopnoe und Zyanose lassen auf ein respiratorisches Problem schließen. Inspiratorischer Stridor deutet auf ein Problem der oberen Atemwege – wie etwa bei Pseudokrupp – hin, während exspiratorischer Stridor eher die unteren Atemwege – wie z. B. im Falle einer Bronchiolitis – betrifft. Bei viralen Erkrankungen wie Pseudokrupp entsteht häufig bellender Husten, zusätzliche thorakale Einziehungen deuten auf erhöhten Atemaufwand hin und sind je nach Ausprägung von unterschiedlichem Schweregrad. Zuerst entstehen juguläre, im Verlauf dann auch subkostale Einziehungen. In der schwersten Ausprägung zeigen sich schließlich subxiphoidale Einziehungen, was bereits auf massive Atemnot schließen lässt.

Circulation

Bradykardie und im schlimmsten Fall auch Asystolie treten häufig als Folge von Hypoxie auf. Tachykardie kann durch Exsikkose im Rahmen von Durchfallerkrankungen oder hohem Fieber auftreten. Stehende Hautfalten sind ein spätes Zeichen, hilfreich können neben Anamnese auch trockene Schleimhäute oder eine eingesunkene Fontanelle sein. Bei unklarer Tachykardie und Hypotension sollte auch an eine mögliche Anaphylaxie gedacht werden, auch hohe Blutverluste rufen Tachykardien hervor. Kinder können eine Hypovolämie verhältnismäßig lange kompensieren und wirken klinisch noch unauffällig – dekompensieren dann allerdings schnell und fulminant. Schnell und einfach sollte daher auch die Rekapillarisierungszeit getestet werden, die oft ein frühes Warnzeichen eines Schocks darstellt. Diese sollte unter 2 Sekunden liegen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: SOP Untersuchung von pädiatrischen Notfallpatienten

Aus der Zeitschrift Notfallmedizin up2date 4/2017

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